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Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben!

Niemals sollte es menschenunwürdig sein, sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen zu müssen, so Gerd Habermann.




Essen für Obdachlose. Solidarität ist allerdings mehr als nur eine warme Mahlzeit...

Im Rahmen der Hartz-IV-Reform wird lebhaft darüber diskutiert, was als menschenwürdiges Lebensniveau zu definieren ist. Menschenwürde bedeutet aber zunächst nur die objektive Sonderstellung des Menschen gegenüber den „vernunftlosen“ Tieren und der unbelebten Welt, weil der Mensch überlegt handeln und seinem Leben Wert und Sinn verleihen kann.

Das ist ganz unabhängig davon, ob er ein armer Almbauer oder ein reicher Börsenmagnat ist: Menschenwürde ist mit dem Menschsein selber gegeben. Genauso wie persönliche Freiheit nicht mit gutem Versorgtsein oder Wohlhabenheit korreliert. Man ist nicht unfrei, wenn man ärmlich leben muss – Freiheit verstanden als Freiheit vom willkürlichen Herumkommandiertwerden durch andere Menschen! Der wohlversorgte, aber angekettete Hofhund des Bauern ist nicht schon deswegen frei, weil er gut versorgt wird; und der hungernd herumstreifende Fuchs ist nicht deswegen unfrei, weil er hungrig ist.

Würde, das ist auch Scham, andern auf der Tasche zu liegen

Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist und sich beschämt fühlt, wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss. Den Empfängern solcher Geschenke ohne Gegenleistung darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden. Eben dies spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen. Gerade dieses gewisse Stigma der öffentlichen Unterstützung empfinden aber unsere Sozialapologeten als eine unzumutbare „Demütigung“, jedenfalls als unwillkommenes Hindernis ihres umverteilenden Ehrgeizes, der ihren Job sichert.

Sie suggerieren ihren Klienten: Du empfängst keine Almosen, sondern bekommst nur dein gutes Recht, wenn du Unterstützungsleistungen empfängst. Ein seltsames Recht, dem Nächsten in die Tasche zu greifen! Der Unternehmer Götz Werner etwa möchte durch seinen Vorschlag einer „bedingungslosen“ Staatsrente für jeden von monatlich 1500 Euro diese „Stigmatisierung“ aufheben. Auch versuchen die Behörden seit Jahrzehnten, mit Begriffsmanipulationen die Annahme der Hilfe psychologisch akzeptabler zu machen – Kampf gegen die „verschämte Armut“. So wandelte sich begrifflich die althergebrachte Armenpflege zur Fürsorge, dann zur Sozialhilfe, schließlich ganz wertneutral zu Hartz IV. Aus „Armen“ wurden „Hilfebedürftigen“, dann „Hilfeempfänger“, schließlich „Leistungsempfänger“. Eine wunderbare Karriere!

"Relative Armut" öffnete alle Schleusen des Anspruchsdenken

Der Begriff der relativen Armut hat alle Schleusen des Anspruchsdenkens geöffnet. Es muss ja immer jemanden geben, der relativ ärmer ist. Man kann zwar ein relativ reicher Mann sein, aber doch im Vergleich zu Bill Gates als relativ arm erscheinen. Es gibt eben weder für Menschenwürde, gemessen am Lebensstandard, noch für Armut eine objektive Begriffsbestimmung – daher das Geschacher um die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger. Gehört ein gelegentliches Bier oder eine Prise Tabak nicht auch zur Menschenwürde? Ist dies nicht auch ein Weg zur menschenwürdigen sozialen Teilhabe?

Die gegenwärtige Sozialhilfe hat den Ehrgeiz, Verarmung und Misserfolg möglichst vor den Augen anderer zu verbergen. Die Betroffenen sollen ein „normales“ Leben führen können, eben das, was man menschenwürdig nennt. Aber wenn diese Hilfe so menschenwürdig ist, gibt es dann noch einen Grund, sich wieder auf eigene Füße zu stellen? Zudem können sich die Betroffenen nach der geltenden „sozialen“ Schuldtheorie einreden, dass ja nicht sie, sondern die Gesellschaft an ihrer bedauernswerten Lage schuld sei. Ihnen wird gesagt: „Es ist nicht dein Fehler!“ Man fordert mit dem Recht auf öffentliche Unterstützung quasi eine soziale Wiedergutmachung.

Schuhputzen darf niemals unwürdig sein

Im 19. Jahrhundert galt es dagegen als menschenwürdig, gerade nicht auf öffentliche Kosten zu leben. Vor 1918 entzog man Unterstützungsempfängern sogar das Wahlrecht (übrigens auch den „Bankrotteuren“). Da sind wir heute milder. Statt mehr als sechs Millionen Bürger fortdauernd in staatlicher Abhängigkeit zu halten, ist es wahrscheinlich zweckmäßiger und menschenwürdiger, nicht nur die Unterstützung vorsichtig zu dosieren, sondern ihnen vor allem den durch ein verkorkstes Arbeitsrecht verschlossenen Arbeitsmarkt zu öffnen.

Aber mit dem sich ausbreitenden gesetzlichen Mindestlohn, den unabdingbaren Lohntarifen oder gar einem bedingungslosen Grundeinkommen wird gerade der entgegengesetzte Weg begangen. Niemals sollte es menschenunwürdig sein, sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen zu müssen, sei es mit Schuhputzen, Brötchenaustragen oder Straßenfegen.

Karrieren auf Kosten Millionen Mutloser

Dies alles ist kein Plädoyer gegen eine soziale Nothilfe für die wirklich Bedürftigen. Nur sollte es eben eine vorübergehende Nothilfe unter strengen Konditionen sein. Sie sollte so bemessen werden, dass das Bestreben stark bleibt, möglichst bald aus der Situation herauszukommen. Und ganz nebenbei: Was muss es für das Selbstgefühl und den Stolz eines Unterstützten auf Dauer bedeuten, wenn er in dieser Weise auf anderer Leute Kosten leben muss? Die Einzigen, die wirklich etwas davon haben, sind diejenigen, die diese Maßnahmen organisieren und auf den hilf- und mutlos gemachten Millionen ihre Karrieren bauen.

Der Autor ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

Quelle: Welt Online
(31.10.2010)
 
 
Der wohl schönste Stromspeicher der Welt

Tesla präsentiert seinen elektrischen Roadster S: Der sprintstarke Sportler schützt sogar die Umwelt. Aber anders, als viele denken.



Der Tesla Roadster ist ein ganz besonderer Sportwagen: Er fährt mit elektrischem Strom. Dennoch beschleunigt das 1250 Kilogramm schwere Geschoss in 3,7 Sekunden fast lautlos auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h).

Sie will nicht aussteigen. Vor ihr hat das schließlich schon ein halbes Dutzend anderer junger Frauen gemacht. Standen doch die Türen des neuen Tesla Roadster S offen, nachdem er auf dem Pariser Platz abgestellt worden war. Warum also nicht sich hineinsetzen in den schicken elektrischen Zweisitzer, wenn man gerade in Berlin ist und das Brandenburger Tor nicht anders aussieht als auf den handelsüblichen Postkarten?

Ein kräftig gebauter Jüngling naht: „Was wollen Sie?“ Nichts. Nur dass seine Partnerin sich endlich hinausbequemt aus dem metallicgrünen Flitzer und wir unsere Testfahrt durch die Hauptstadt fortsetzen können. Wer hätte das gedacht. Porsche? Egal. Ferrari? Auf dem Kudamm schon x-mal gesehen. Maserati? Lamborghini? Sicher, alles ganz toll. Aber kein Vergleich, mit der magnetisierenden Wirkung, die der E-Sportler entfacht.

Den meisten der genannten Edel-Karossen fährt dieser ohnehin beim Ampelstart um die Ohren, dass es nur so kracht. Oder eben nicht. Denn krachen tut beim elektrischen Tesla rein gar nichts. Das 1250 Kilogramm schwere Geschoss ist in 3,7 Sekunden fast lautlos auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h). Werte, die in der Regel eher in der Motorradwelt zu finden sind. Zwar schafft auch ein Porsche 911 Turbo, der 148.727 Euro (Tesla Roadster S 118.000 Euro) kostet, diese Zeit. Doch hat er auf den ersten Metern kaum eine Chance, da dem Tesla sein volles Drehmoment (400 Newtonmeter) sofort zur Verfügung steht.

Mit Öko hat das selbstredend wenig zu tun. Wenn die Bundesregierung 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen wünscht, geht es nicht um nachhaltige Mobilität. Da elektrisch angetriebene Autos ein Reichweitenproblem haben, gehen Experten davon aus, dass sie selbst bei einer Million Fahrzeugen nicht mehr als ein Prozent der Fahrleistung in Deutschland ausmachen werden. Zudem erscheint das Verkaufsverbot von 100-Watt-Glühbirnen fast schon aberwitzig angesichts der Heilserwartung bezüglich der E-Mobilität.

Dennoch sind solche Autos ökologisch wichtig. Nicht weil sie mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen fahren, sondern weil sie die Spannungsspitzen, die in der Fotovoltaik und der Windenergie entstehen, auffangen können. Deshalb engagieren sich auch Stromerzeuger in Projekten zur E-Mobilität. Ein Tesla ist also, wenn man so will, einfach einer der schnellsten und schönsten Stromspeicher weltweit.

Ob seine 6831 Lithium-Ionen-Zellen nun für angegebene 340 Kilometer reichen oder deutlich weniger – das muss niemanden mit Strom in der Garage groß interessieren. Dann schließt man ihn eben jeden zweiten Abend an das Ladekabel, wie ein Handy auch.

1300 Besitzer des Tesla Roadster, der seit 2008 in den USA produziert wird, gibt es weltweit. Die Auslieferung der Sportversion Tesla Roadster 2.5 startet in diesen Wochen. Sie bietet im Vergleich zur Basis unter anderem einstellbare Dämpfung und spezielle Sportbereifung. Und sie holt mehr Kraft aus dem nun 288 PS starken Elektromotor.

Das Chassis, das nach wie vor von der Lotus Elise abstammt, ist noch immer schwer zu erklimmen. Erst einmal müssen die breiten Aluminiumschweller überwunden werden, bevor man in die neu konzipierten Leder-Sportsitze hinein fällt. Schlüssel umgedreht, die Taste „D“ für „drive“ gedrückt, das „Gas“-pedal Richtung Boden gepresst und ab geht die wilde Fahrt. Nimmt man zuvor mit vier Handgriffen das kleine Stoffdach ab und verstaut es in dem ebenso kleinen Kofferraum, lässt sich selbst im Oktober noch unter erträglichen Bedingungen Frischluft schnuppern.

Wenn auch mit Einschränkungen. Zwar hört oder riecht man den Tesla nicht, dafür aber die Stinker und Lärmer um ihn herum umso mehr. Was würde man in solchen Momenten nicht alles darum geben, wenn doch mehr Fahrzeuge ebenfalls so leise und sauber säuseln würden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht.

2012 wird Tesla im kalifornischen Fremont die Produktion des „Model S“ aufnehmen, von dem jährlich 20.000 Stück unters Volk gebracht werden sollen. Die fünfsitzige Limousine wird nach derzeitigem Stand in den Staaten 49.900 US-Dollar kosten, die Preise für die alte Welt stehen noch nicht fest. Nach Auskunft des Herstellers gibt es aber schon jetzt 2500 Vorbestellungen in Nordamerika und Europa.

Da bislang nur für 14 Showrooms der Firma überhaupt existieren, bestellen die meisten Tesla-Kunden per Internet. Statt in Werkstätten zu fahren, kommen außerdem die mobilen Servicetechniker zu den Kunden nach Haus. Was wie ein Wagnis klingt, scheint die Branchengrößen nicht abzuhalten, in die amerikanische Firma zu investieren. 2008 stieg Daimler mit 50 Millionen US-Dollar ein, 2009 legte Toyota die gleiche Summe an.

Alle Seiten profitieren dabei. Mercedes erhält die Batterien für seine elektrifiziert A-Klasse, Toyota wird dank der Zusammenarbeit im November auf der Los Angeles Motor Show die elektrische Version seines kleinen Geländewagens RAV4 präsentieren. Gibt es also etwas, was – vorausgesetzt das Kleingeld ist vorhanden – gegen einen Tesla spricht? Wenig. Außer dass man in Gegenden, die von jungen Touristinnen bevölkert werden, die Türen schließen muss.

Quelle: Welt Online, Björn Engel
(22.10.2010)
 
 
Die Regeln von Deutschlands schrillstem Rektor

Der Herr Direktor einer Grundschule trägt Irokesenfrisur und löchrige Jeans. Er sei eben ein Mann mit Werten, sagt Matthias Isecke-Vogelsang.



Auch ein echter Punk muss in Geschmacksfragen großherzig sein. Auf dem Schreibtisch von Matthias Isecke-Vogelsang steht ein singender Fisch, so ein Plastikding, dessen Kopf hin- und herruckt und „Don't Worry, Be Happy“ trötet. Der Schreibtisch des Schuldirektors in Lübeck ist klein und voller Papiere, das macht den Fisch noch größer und überflüssiger. Es war ein Geschenk seiner jüngsten Tochter, ist lange her, und er schlägt noch heute die Hand vor die Punker-Stirn, um zu zeigen, was er davon hält. Aber, sagt Matthias Isecke-Vogelsang, die Grundschüler liebten das Ding und drückten so gerne darauf. Und weil seine Tür immer offen steht, hört er „Don't Worry, Be Happy“ recht häufig, auch wenn ihm die Toten Hosen näherstehen als Bobby McFerrin.

Dass der 57-Jährige vergangene Woche zu einer lokalen Berühmtheit wurde, verdankt er seinem Auftreten. Isecke-Vogelsang ist ein klassischer Punk, seine Irokesenfrisur leuchtet in Grün und Gelb. Sicherheitsnadeln, Kettenbänder, Ohrringe, der Direktor trägt alles, was dazugehört. T-Shirts mit der Aufschrift „Chaosz“, Stiefel mit weißen Schnürsenkeln? Aber hallo! Heute hat er eine kunstvoll zerrissene Jeans und einen Kapuzenpullover mit Totenkopf und „St. Pauli“ darauf an – da erübrigt sich die Frage nach dem Fußballverein. Ist ja praktisch verpflichtend.

Seit sechs Wochen ist der Punk nun Schulleiter an der Gotthard-Kühl-Schule, 500 Grund-, Haupt- und Realschüler werden hier unterrichtet, der Stadtteil wird ein Problembezirk genannt. Fast die Hälfte der Kinder stammt aus Migranten- oder sozial benachteiligten Familien. Vorher arbeitete Isecke-Vogelsang 20 Jahre lang in gleicher Funktion und mit gleicher Frisur im unweit entfernten Ort Süsel. Doch seitdem die „Lübecker Nachrichten“ den Lehrer vorgestellt haben, steht das Telefon nicht mehr still. „Deutschlands schrillster Schulleiter“ heißt es. Der Hausmeister erkennt Medienmenschen mittlerweile schon von Weitem und bringt sie direkt zum Herrn Direktor. Auch verschiedene Talkshows haben schon angefragt.

Matthias Isecke-Vogelsang nimmt einen Stapel mit ausgedruckten Mails zur Hand. Er seufzt. Und wundert sich.

Er sei doch nicht von einem fremden Stern plötzlich hier nach Lübeck heruntergefallen, sagt er leicht bekümmert. Sein Outfit war schon vorher bekannt. Wenn es sich um Schulfragen drehe, um Erziehung, um Schülernöte, könne er den Rummel mitmachen. „Ich finde es nicht so gut, wenn es sich auf meine Person konzentriert und auf Haarfarben, das ist nicht Matthias Isecke-Vogelsang.“ Mag sein. Aber man wird kein bunter Hund ohne Farbe. Viele Eltern haben sich die letzten Tage gemeldet, auch von der alten Schule, und ihn bestärkt. Wir stehen zu dir. Bleib so, mach das weiter. Schüler geben begeistert ihre Zustimmung zum bunten Rektor zu Protokoll, die Kollegen unterstützen ihn, das Kultusministerium signalisiert Wohlwollen.

Trotzdem gibt es natürlich Kritik, der Philologenverband etwa murrt. Auch die Industrie- und Handelskammer – und damit mögliche Sponsoren für die geplante Schulhoferweiterung.

Matthias Isecke-Vogelsang ist hoch qualifiziert und, daran besteht überhaupt kein Zweifel, ein leidenschaftlicher Pädagoge, einer, der immer schon Lehrer werden wollte und der glaubhaft die Interessen der Schule vor sein persönliches Auftreten stellen kann, wenn man ihn danach fragt. Sperrige Lösungen werden so sichtbar und ein knorriger Weg zum bürgerlichen Bewusstsein. Punk war nämlich Aufbegehren. Punk war rotzig und laut, war „No future“ und Bürgerschreckerei. Punk ist vielleicht nicht tot, riecht aber ein bisschen. Was also macht ein Lehrer damit?

Punk sei eine Lebenseinstellung, sagt der Mann. Er breitet sein Credo trocken aus wie früher Franz Müntefering. „Ich bin für Freiheiten, ich bin für Individualität, ich bin für Unterstützung der Schwächeren. Ich bin dafür, dass Menschen sich entfalten können, wie sie es für richtig empfinden.“ Dann hält Isecke-Vogelsang kurz inne und grinst. „Aber immer mit der Einschränkung, die Freiheit des anderen zu achten.“

Die Zeitläufe sind dem Direktor natürlich bewusst, er spricht von Engagement, von Selbstverwirklichung der Schüler, von freien Lernformen, die dem guten Lehrer helfen, immer wieder von Freiheit. Munter hüpft Isecke-Vogelsang über Debattengrenzen und bildungspolitische Hürden. Er plädiert für die Vorteile der Gemeinschaftsschule, auch bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.

„Sie sind wertkonservativ, oder?“ Der Punk zögert, das Eis ist glatt. „In gewisser Weise haben Sie recht. Werte habe ich schon. Solidarität. Zusammenstehen. Einstehen für den, der nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht. Ob das konservativ ist, ist eine andere Frage.“ An seiner früheren Schule gab es auch Punks unter den Schülern. Denen hat er gesagt: „Wenn ich eine gerechte Gesellschaft will, muss ich auch etwas dafür tun. Mit null Bock geht es eben nicht.“

„Was ist mit Pünktlichkeit?“

„Ich erwarte von Schülerinnen und Schülern, dass sie pünktlich sind, das ist auch eine Frage der Höflichkeit.“ Strebsamkeit. Lernbereitschaft. Höflichkeit. Auch Disziplin. Die Tugenden, die derzeit so gerne gefordert werden, sind für den Schulleiter selbstverständliche Werte und weder an politische Richtungen noch exklusiv an das liberale Bürgertum geknüpft. Sie erleichtern das Lernen und sollen den Kindern helfen, auch und besonders den Schwachen. Trotzdem: „Zügeln und bändigen, das Deckel-auf-den-Kochtopf-Setzen, das ist genau das, was ein Punk nicht liebt.“ Widersprüche wegen Frisur und Meinung sind für ihn Schubladendenken. So einfach lässt sich dem Lehrer nicht beikommen.

„Sind Sie streng?“

„Ich höre das nicht gerne. Konsequent ja, streng nein. Konsequent heißt, die Bedingungen, die ich verlangen muss, auch einzuhalten. Das halte ich für Schule schon wichtig.“

„Das klingt jetzt nicht nach Punk.“

„Klingt aber ein bisschen nach Veränderung der Welt.“

Schon früh hat er in der evangelischen Jugendarbeit gemerkt, was er später tun möchte. Die Punk-Haltung kam erst im Studium, seitdem ist er sich treu geblieben. Als seine drei Kinder noch jung waren, gab es Bitten, der Vater möge sich die Haare schneiden lassen. Für seine Meinungen und sein Auftreten geradezustehen sei für einen Punk selbstverständlich, sagt er. Die Toten Hosen mag er und Die Ärzte, das in seinem Metier doppelt identitätsstiftende Album „Rock 'n' Roll Highschool“ der Ramones findet er so lala. Wenn er heute auf Punkkonzerte geht, sind da durchaus auch Zuhörer in seinem Alter. Er sei also eigentlich gar nicht exotisch.

„Sind Sie eitel?“

Da zögert der Mann und gesteht dann: „Ein bisschen schon, sonst wäre ich nicht ich.“ Er sitzt nun auf seinen Händen und dreht sich mit dem Stuhl, wie einer seiner Schüler, der gerade erwischt wurde, weil er „Der Lehrer ist doof“ an die Tafel geschrieben hat. Die Vorgesetzten behaupteten, dass er kein bequemer Schulleiter sei, gibt er zu. Man mag es gleich glauben.

Und die Frisur?

„Na ja“, sagt er und grinst wieder, früher habe er den Irokesenhaarschnitt selbst zubereitet, nun gehe er alle vier Wochen zum Friseur. Nach drei Monaten wird auch die Haarfarbe gewechselt, schon weil die Schüler immer danach fragen. Rot-Grün kommt nicht infrage, Jamaikabunt gleich gar nicht, keine politische Aussage.

Die Familie lebt weiter im beschaulichen Süsel und engagiert sich vielfältig in der Gemeinde, die Friseurin braucht nicht zu fürchten, dass ihr Kunde davonspaziert. Treue und Tradition sind vielleicht nicht ganz den Sex Pistols verpflichtet, künden aber von Lebensweisheit. Wahrscheinlich kommt das auch den Schülern zugute. So wie die alten Punks nicht verloren sind, besteht auch für die Jugend viel Hoffnung.

No Future? Von wegen!

Quelle des Artikels: Welt Online, Holger Kreitling

(20.09.2010)
 
 
Erika Steinbach hat recht!

Erneut entrüsten sich politisch korrekte Gutmenschen und werfen der Präsidentin des Vertriebenenverbandes vor, revisionistische Geschichtsklitterung zu betreiben, weil sie sagte, Polen hätte bereits im März 1939 mobil gemacht. Das entspricht jedoch den geschichtlichen Tatsachen.



»Deutschland hat den Zweiten Weltkrieg begonnen, indem es am 1. September 1939 das unschuldige Polen überfallen hat« – so oder so ähnlich lautet das Credo der politischen Gutmenschen über die »Schuld« Deutschlands. Dabei lassen sie wissentlich und vorsätzlich außer Acht, dass das deutsch-polnische Verhältnis seit 1918 durch die polnischen Aggressionen gegen die volksdeutsche Bevölkerung massiv angespannt war. Sogar andere Länder forderten die polnische Regierung – übrigens ohne Erfolg – dazu auf, ihre Aggressionen gegen die Volksdeutschen zu unterlassen. Dass sowjetische Truppen ohne Kriegserklärung in Polen einmarschiert sind, ist für unsere Gutmenschen gleich gar kein Thema mehr (auch darauf werde ich in einer eigenen Content-Reihe ausführlichst eingehen).

Ich werde mich mit den Vorkriegsursachen, insbesondere mit der Rolle Polens minutiös und u. a. auf Akten und Originaldokumente gestützt in einer neuen geplanten Content-Reihe befassen, die ebenfalls auf KOPP ONLINE erscheinen soll.

In diesem Content möchte ich lediglich auf die Aussage von Frau Steinbach und anderer Vertreter des Vertriebenenverbandes eingehen, Polen hätte bereits im März 1939 mobil gemacht.

Erika Steinbach hat recht

Nach Durchsicht aller Originaldokumente und Akten MUSS jeder seröse Historiker zum Schluss kommen: Erika Steinbach hat recht!

Obwohl die damalige deutsche Regierung erwartete, dass aufgrund mehrerer erfolgter Besprechungen mit Vertretern der polnischen Regierung die Minderheitenfrage und die Frage bezüglich Danzig und dem Korridor einer Regelung zugeführt würde, hatte diese Besprechung die gegenteilige Wirkung.

Als Antwort ordnete Polen am 21. März 1939 eine Teilmobilmachung an (1), die nur gegen Deutschland gerichtet sein konnte. Der britische Premierminister Chamberlain erklärte sogar einige Monate später, genauer am 10. Juli 1939 im Unterhaus, dass diese Teilmobilmachung der polnischen Armee alles andere als geeignet war, günstige Voraussetzungen für weitere Verhandlungen zu schaffen.

Belege für die polnische Teilmobilmachung:

Telegramm von Moltke, dem deutschen Botschafter in Warschau, an das Auswärtige Amt vom 24. März 1939: Er teilt mit, dass in Polen kurzfristig drei bis vier Jahrgänge und Reserveoffiziere technischer Truppen eingezogen werden (2).

Bericht des deutschen Konsuls in Gdingen, Hofmann, an das Auswärtige Amt vom 24. März 1939: Auch er bestätigt die Einberufung von drei Jahrgängen, die direkt vom Arbeitsplatz abberufen wurden. Des Weiteren sei die polnische Kriegsflotte bereits am 23. März 1939 ausgelaufen. Schießübungen der Kriegsschiffe hätten stattgefunden. Vier Kompanien der polnischen Armee seien zudem auf der Halbinsel Hela stationiert worden (3).

Aufzeichnung von Fürst von Bismarck von der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin vom 25. März 1939: Er gibt an, das Oberkommando der Wehrmacht hätte ihm die polnischen Mobilisierungsmaßnahmen mitgeteilt (4).

Die polnische Aggressivität war eine Folge des Garantieversprechens vom 31. März 1939 durch England an Polen. Deutschland hatte guten Grund zu glauben, dass die Teilmobilmachung der polnischen Armee durchaus ernst gemeint war (darauf komme ich weiter unten zurück). Sie verstieß zudem gegen den deutsch-polnischen Vertrag von 1934.

Hintergrund I: Das Deutsche Reich wird zweigeteilt


Durch die Schaffung des Polnischen Korridors (eine Folge des Versailler Vertrages) wurde nicht nur das Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzt – ist doch auf diese Weise mehr als eine Million Deutsche unter polnische Herrschaft gekommen –, sondern es wurde darüber hinaus durch die Aufteilung des Staatsgebietes des Deutschen Reiches in zwei völlig voneinander getrennte Territorien ein Zustand geschaffen, der nicht nur jeder wirtschaftlichen Vernunft widersprach, sondern darüber hinaus vom ersten Tage an die Ursache für dauernde Reibungen und Zwischenfälle werden musste.

Tatsächlich ist vom Tage der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags an die Forderung nach einer Revision des Vertrags gerade in der Frage des Polnischen Korridors zu keiner Stunde verstummt. Es hat in Deutschland keine Partei und keine Regierung gegeben, die nicht die Notwendigkeit einer Revision des Vertrags vor allem in diesem Punkt anerkannt und verlangt hätte.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass, wenn schon überhaupt Polen unter allen Umständen einen selbstständigen Zugang zur Ostsee haben sollte, dieses Problem vernünftiger hätte gelöst werden können als durch die Schaffung des sogenannten Korridors und die dadurch bedingte Aufteilung des Deutschen Reiches in zwei völlig voneinander getrennte Gebiete. Ähnliches gilt hinsichtlich des völkerrechtlichen und staatsrechtlichen Statuts des Freistaates Danzig. Es ist nicht notwendig, hier näher auf die Tatsachen einzugehen, die im Laufe der Zeit zu immer größeren Schwierigkeiten geführt haben und am Ende einen Zustand herbeiführten, der eine Änderung der völkerrechtlichen und staatsrechtlichen Stellung dieser rein deutschen Stadt notwendig machte.

Hintergrund II: Polens Terror gegen Deutschstämmige

Tatsache ist ebenfalls, dass im Laufe von zwei Jahrzehnten nicht weniger als etwa eine Million Deutsche gezwungen wurde, ihr Siedlungsgebiet zu verlassen. Zwanzig Jahre lang – zwanzig Jahre – betrieb Polen eine konsequente Entdeutschungspolitik, vor allem in ihren Westgebieten (5).

Im Januar 1939 beurteilte der deutsche Generalkonsul in Thorn die Lage wie folgt:

»Neben den das Deutschtum hier allmählich vernichtenden Maßnahmen der polnischen Behörden gehen Angriffe polnischer Verbände einher. Solche Angriffe werden seitens des berüchtigten Westverbandes in aller Öffentlichkeit gegen deutsche Geschäfte und Handwerker geführt, mit dem Ziel, diese Geschäfte durch Boykottierung zu vernichten.« (6)

Der deutsche Botschafter in Warschau schrieb am 25. Februar 1939:

»Die deutschfeindliche Demonstration vor dem Botschaftsgebäude ist die schärfste Kundgebung, die seit den letzten acht Jahren hier stattgefunden hat. Während einer Viertelstunde wechselten Sprechchöre ab mit Rufen wie ›Nieder mit Hitler!‹, ›Fort mit den deutschen Hunden!‹, ›Es lebe das polnische Danzig!‹« (7)

Im April/Mai (!) 1939 wurden regelmäßig Überfälle und Angriffe auf die deutsche Minderheit in polnisch besetzten Gebieten verzeichnet (8).

Der britische Botschafter Nevile Henderson teilte seiner Regierung am 16. August 1939 mit:

»Wenn ein Waffenstillstand bewahrt werden soll – und dies ist die letzte Hoffnung –, dann muss die Misshandlung der deutschen Minderheiten in Polen beendet werden. Ich wünschte, dass einige englische Zeitungen Korrespondenten dorthin schicken, um sich selbst zu informieren.« (9)

Noch vor – vor dem Krieg wurden polnische Konzentrationslager (10) eingerichtet, worin die deutsche Minderheit eingewiesen werden sollte. Und tatsächlich begann in den ersten Kriegstagen die Verhaftung und Verschleppung von 15 000 Deutschen; mehr als 5000 davon fanden bei den Verschleppungen und örtlichen Massakern den Tod (11).

Genannt werden muss an dieser Stelle auch der »Bromberger Blutsonntag«, bei dem fast 1000 Deutsche verstümmelt wurden. Andere Massenmorde gab es auch in Hohensalza (471 Tote), im Kreis Obornik (215 Tote und Vermisste), im Kreis Kosten (153 Tote) und im Kreis Wreschen mit 96 Opfern. Im Kreis Nieszawa gab es 165 und in Lipno 80 Tote und Vermisste; im Dorf Slonsk wurden 38 Personen getötet, im Kreis Sochaczew 154, in Lodz 97,in Lask 40, in Gostynin 34 (12). Diese Liste ließe sich fortsetzen. Insgesamt wurden fast 5500 Deutsche von Polen bestialisch ermordet (13).

Natürlich begründen politisch korrekte Gutmenschen diese Massaker damit, dass der Volkszorn der »unschuldigen« Polen sich wegen des deutschen Überfalls entladen hätte und diese Massaker dadurch zu erklären seien. Damit schaffen sie wieder einmal nicht nur »Zwei-Klassen-Tote« (Deutsche und andere), sondern ignorieren schlicht die Tatsache, dass die ersten gezielten und geplanten Überfälle von Polen gegen die deutsche Minderheit bereits bis in das Jahr 1921 zurückreichen und sich schon ein halbes Jahr vor Kriegsbeginn häuften. Für eine angebliche »spontane Rache« fehlt hier jegliche Begründung, was auch die Errichtung der KZ für Deutsche schon vor Kriegsbeginn bestätigt.

Ebenso sind die Verhaftungslisten der polnischen Behörden Beleg für eine langfristige Planung. Zusätzlich gebe ich zu bedenken, dass auch polnische Übergriffe mit Toten gegen die ukrainische Minderheit in Ostpolen belegt sind (14), obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch keinen sowjetischen Angriff auf Polen gab. Wie wären also diese Opfer zu erklären?

Hintergrund III: Polen war kein »unschuldiger Opferstaat«

Bereits am 29. März 1939 hatte der polnische Botschafter Lukaszkiewicz gegenüber seinem amerikanischen Kollegen über die deutsch-polnischen Gespräche geäußert:

»Das Endziel der Aktionen ist nicht der Friede, sondern die Hervorrufung eines Umsturzes in Deutschland.«(15)

Das musste die deutsche Führung sehr ernst nehmen, denn Polen war in ihren Augen nicht das unschuldige Land, das einer rücksichtslosen deutschen Aggression zum Opfer fiel, sondern im Gegenteil seit Langem eine sehr kriegerische Außenpolitik gegenüber anderen Staaten und auch gegen Deutschland betrieb.

Ich skizziere die einzelnen Punkte:

  • 1. Am 26.12.1918, also vor den Friedensverhandlungen in Versailles, begann die gewaltsame Besetzung des bis dahin deutschen Posener Landes durch polnische Streitkräfte und die Vertreibung der deutschen Verwaltung; später wurde das Posener Land ohne Volksabstimmung Polen zugesprochen.

  • 2. Die Polen versuchten mit Waffengewalt das mehrheitlich deutschbewohnte Gebiet von Westpreußen zu erobern; das mehr als zu 95 Prozent aus Deutschen bestehende Danzig wurde eine »Freie Stadt« und große Teile des restlichen Westpreußens mussten an Polen abgetreten werden.

  • 3. Polen überfiel im Jahre 1919 Ostgalizien, wo eine Westukrainische Volksrepublik ausgerufen worden war, und erhielt am 21.11.1919 von der alliierten Botschafterkonferenz ein 25-jähriges Mandat über das Gebiet, aber bereits am 15.3.1923 die volle Hoheit.

  • 4. Am 26. April 1920 fiel Polen in die von den Sowjets besetzte Ukraine ein.

  • 5. Am 9. Oktober 1919 überfielen polnische Truppen Ostlitauen und eroberten Vilnius.

  • 6. Vor und nach der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 versuchten polnische Streitkräfte das Gebiet zu erobern; deutsche Freikorpskämpfer verhinderten dies.

  • 7. 1920 fielen die Polen in das der Tschechoslowakei zugesprochene Olsa-Gebiet ein.

  • 8. Am 20/21. Oktober 1938 besetzten polnische Streitkräfte sechs slowakische Grenzkreise in den Karpaten.

  • 9. Am 6. März 1933 landeten polnische Truppen auf der zur Freien Stadt Danzig gehörenden Westerplatte – eine Völkerrechtsverletzung.

  • 10. Im August 1939 nahm Polen mehrfach militärische Grenzverletzungen und Beschießungen deutscher Objekte vor. Allein vom 25. bis 31. August 1939 wurden vom deutschen Auswärtigen Amt 43 (!) polnische Grenzüberschreitungen dokumentiert (16), oft mit Schüssen und Todesopfern; deutsche Höfe wurden angezündet, Zollbeamte erschossen und so weiter. Am 23. August wurde sogar ein deutsches Verkehrsflugzeug von polnischer Flak und am 25. August ein deutsches Verkehrsflugzeug von polnischen Kriegsschiffen beschossen.

  • 11. Die Generalmobilmachung in Polen erfolgte am 24. August 1939, wurde aber erst am 29. August 1939 öffentlich zugestellt (17).

  • Quelle des Artikels: Kopp Online, Michael Grandt

    Weitere Quellen zum Artikel:
    (1) Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, veröffentlicht in Nürnberg, Deutschland 1947 (künftig zitiert unter IMT-Protokolle), amtlicher Wortlaut in deutscher Sprache; Sitzung v. 10.4.1946 (IMT-Band 11, S. 231)

    (2) Dokument Nr. 204; abgedruckt in: Auswärtiges Amt Nr. 2/1939, Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges, Berlin 1939, S. 189

    (3) Dokument Nr. 205; Ebd., S. 190

    (4) Dokument Nr. 207; Ebd., S. 19

    (5) Vgl. dazu ausführlich: Alfred Kotowski: Polens Politik gegenüber seiner deutschen Minderheit 1919-1939, Wiesbaden 1998; darin liegt auch eine Gesamtauswertung polnischer Quellen und Akten vor; Beispiele: Erste Morde an Deutschen geschahen bereits im Mai und Juni 1921 und am 15.5.1927 gab es ein Pogrom in Rybnik (vgl. dazu auch: Karl Hoefer: Oberschlesien in der Aufstandszeit, Berlin 1938, S. 108; Hans Roos: Die Geschichte der polnischen Nation 1918-1978, Stuttgart 1979, S. 91 und Alfred Bohmann: Menschen und Grenzen, Band 1, Köln 1969, S. 38)

    (6) Dok. Ribbentrop 144 (2. Weißbuch, Dok. 140: Der deutsche Generalkonsul in Thorn an das Auswärtige Amt am 2.1.1939)

    (7) Dok. Ribbentrop 146 (2. Weißbuch, Dok. Nr. 146)

    (8) Alfred M. de Zayas/Walter Rabus: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle. Dokumentation alliierter Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, München 1979, S. 249ff.

    (9) Documents on Foreign Policy 1919-39, Bd. IV, Dok. 37

    (10) KZ Bereza-Kartuska (ab 1926); KZ in Brest-Litowsk; KZ Chodzen zwischen Leslau und Kutno (ab 1939)

    (11) Vgl. Auswärtiges Amt (Hrsg): Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges, Berlin 1939, S. 10; Peter Aurich: Der deutsch-polnische September 1939, München/Wien 1970, S. 48f., S. 82; Theodor Bierschenk: Die deutsche Volksgruppe in Polen 1934-1939, Kitzingen 1954, S. 319, 348ff., 353; Hans Freiherr von Rosen: Dokumentation der Verschleppung der Deutschen aus Posen-Pommerellen im September 1939, Berlin 1990, S. 19-21

    (12) Herder-Institut-Marburg, Zentrum der historischen Ostmitteleuropa-Forschung; Archiv-Datenbank, Bestand 55: »Übersichten über die Zahl der ermordeten Volksdeutschen«; DSHI 100 Bestand 55: »Übersicht über die Zahl der ermordeten Volksdeutschen in den Kreisen der Wojewodschaft Posen«; »Übersichten Wojewoschaften Mittelpolen«

    (13) Die Dokumentensammlung des Auswärtigen Amtes »Weißbuch« Nr. 1 ging Ende 1939 von 5437 Toten aus (die NS-Propaganda erhöhte die Zahl später auf 58 000); andere Quellen sprechen von 4332 bis 6300 Toten; als Mindestzahl kann von 3841 Personen ausgegangen werden, wie das Bundesarchiv errechnete (»Die Septemberverluste der Deutschen in Polen«; vgl. dazu auch: Der Kulturwart September 1989/Heft 97, S. 15.; Übersicht zusammengestellt nach Unterlagen des Bundesarchivs in Koblenz); die »Posener Zentralstelle für die Gräber ermordeter Volksdeutscher« enthält dagegen 5495 Karten für Tote und Vermisste (Karol Pospieszalski: Documenta Occupationis, VII, Poznan 1959, S. 70).

    (14) Heinz Nawratil: Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948, München 1999, S. 45

    (15) 3. Weißbuch, Dokument Nr. 11

    (16) Einzeln aufgeführt in: Auswärtiges Amt (Hrsg): Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges, S. 307-311

    (17) Vgl. dazu: Auswärtiges Amt (Hrsg): Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges, Berlin 1939; Alfred Schickel: Deutsche und Polen, Bergisch Gladbach 1984; Gotthold Rhode: Geschichte Polens, Darmstadt 1980; Hartmut Boockmann: Ostpreußen und Westpreußen, Berlin 1992
    (13.09.2010)
     
     
    Porsche wehrt sich gegen Schadenersatzforderungen

    Stuttgart/New York (dpa) - Porsche setzt sich in den USA gegen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zur Wehr. Der Sportwagenbauer werde bei einem New Yorker Gericht am späten Dienstagabend (Ortszeit) beantragen, dass die Klage einer Gruppe von US-Investmentfonds abgewiesen wird.

    Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verhoben, einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft und soll nun schrittweise in den VW-Konzern









    Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus Branchenkreisen. Zuvor hatte bereits die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» darüber berichtet. Es wird damit gerechnet, dass das Gericht bis Mitte Januar 2011 entscheidet, ob die Klage zugelassen oder abgewiesen wird.

    Die Investmentfonds hatten die Porsche Automobil Holding und deren ehemalige Vorstände Anfang des Jahres wegen undurchsichtiger Aktiengeschäfte verklagt. Sie werfen den Stuttgartern vor, sie hätten ihre wahren Absichten bei der geplanten VW-Übernahme verheimlicht und den Kurs der VW-Aktie manipuliert. Nach Medienberichten geht es um mehrere Milliarden US-Dollar Schadenersatz.

    Porsche hatte Ende Oktober 2008 mitgeteilt, insgesamt Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu haben und löste damit ein Kursfeuerwerk aus. Der Kurs der Volkswagen-Aktie schoss zwischenzeitlich auf über 1000 Euro.

    Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verhoben, einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft und soll nun schrittweise in den VW-Konzern integriert werden. Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein früherer Finanzvorstand Holger Härter mussten im Juli 2009 ihren Hut nehmen.

    Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte bereits im August 2009 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Marktmanipulation beim Übernahmekampf zwischen VW und Porsche eingeleitet. Geklärt werden soll die Frage, ob Porsche im Zuge des Einstiegs bei Volkswagen Anleger und Akteure an der Börse möglicherweise falsch informierte und die Kursentwicklung unzulässig beeinflusste. Erste Zwischenergebnisse sollen nach Angaben der Ermittler Ende 2010 oder Anfang 2011 präsentiert werden.

    Quelle: boersennews.de
    (31.08.2010)
     
     
     
    Sie wollen Ihre Stimmung verbessern?
    Versuchen Sie Vitamin C


    Nach einer neuen Untersuchung wurden die schon bekannten positiven Effekte von Vitamin C jetzt noch um einen erweitert: Stimmungsaufhellung, wie Wissenschaftler des Allgemeinen Jüdischen Krankenhauses im kanadischen Montreal (JGH) herausfanden. In einer klinischen Doppelblindstudie zeigten sich bei Patienten nach Gabe von Vitamin C deutliche und rasch eintretende Verbesserungen ihrer Gemütslage.



    Die Studie, die in der Fachzeitschrift Nutrition veröffentlicht wurde, ergänzt die wachsenden Belege für die wichtige Rolle, die Vitamin C bei der Regulierung der Hormonwerte spielt. Dies gilt insbesondere für Hormone wie den Neurotransmitter Serotonin, die das geistige und emotionale Wohlergehen beeinflussen. Forscher berichten übereinstimmend, dass die meisten Menschen unter einem erschreckenden Vitamin-C-Mangel leiden.

    »Aus früheren Studien sowohl in unserem Krankenhaus als auch in anderen medizinischen Zentren geht hervor, dass die Mehrzahl der Krankenhaus-Patienten viel zu niedrige Werte für Vitamin C und D in ihrem Blut aufweist«, erläuterte Dr. L. John Hoffer, der am Lady-Davis-Institut für medizinische Forschung arbeitet, das dem JGH angegliedert ist. »Bei jedem fünften Akutpflegepatienten in unserem Krankenhaus ist der Vitamin-C-Spiegel so niedrig, das man eigentlich von Skorbut sprechen kann.«

    Hoffer sagte weiter, viele Ärzte seien sich des massiven Vitamin-Mangels ihrer Patienten nicht bewusst. Daher erhielten viele Patienten keine zusätzlichen Gaben, die ihre Gesundung beschleunigten. »Patienten erhalten kaum Vitamin-Beigaben«, meinte er, »die meisten Ärzte ignorieren dieses Problem. Subklinischer Mangel an Vitamin C und D ist jeweils schon mit psychologischen Auffälligkeiten in Verbindung gebracht worden.«

    Die JGH-Studie ist keineswegs die erste Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Mangel und gesundheitlichen Problemen herstellt. Zahllose Studien belegen, dass Vitamin C für ein gesundes Herz-Kreislauf-System unabdingbar ist und den Körper vor oxidativen Schäden schützt. Jetzt weiß man auch, dass sich Vitamin C positiv auf das Gehirn auswirkt.

    »Ein niedriger Vitamin-C-Pegel in Gehirn kann zu Depressionen und Hysterie führen«, erklären Michael T. Murray und Joseph Pizzorno in ihrem Buch Enzyklopädie der Naturmedizin (zweite überarbeitete Ausgabe).

    Quelle: Kopp Online, Jonathan Benson
    (06.10.2010)
     
     
    Mütterrevolution in Frankreich:
    Frauen wollen wieder ins Haus zurück!


    Es tut sich was im Staate Deutschland. In Frankreich. In ganz Europa. Die Menschen sind aufgewacht. Sie protestieren, demonstrieren, widersprechen und fordern! Sie gehen auf die Straße und melden sich, sprechen endlich aus, was sie sich gestern noch nicht getrauten: Im Ausland sind es Einschnitte ins sozial abgesicherte Leben, hier ebenso. Und mehr: das Sarrazin-Buch, die Schulreform Hamburg, Projekt Stuttgart 21, der Atomdeal der Bundesregierung, die Diskussion um die Atommüll-Endlager, die Castortransporte usw. Die Bundes- und Landesregierungen haben derweil immer schlechtere Karten. Zu lange und zu offensichtlich wurde amtlich vertuscht, gelogen und betrogen. Ja, es tut sich gewaltig etwas. Doch noch sind längst nicht alle Themen auf dem Tisch. Frankreich führt uns gerade vor, was auch hierzulande über kurz oder lang explodieren wird: die Familienpolitik!



    Wenn man die hierzulande überhaupt noch so nennen darf. Richtiger hieße es wohl eher: die Anti-Familienpolitik. Frau von der Leyen, die ehemalige Krippenministerin, wird sich bei einem Blick auf den französischen Nachbarn verwundert die Augen reiben, ebenso ihre eher linksgerichtete Vorgängerin Renate Schmidt. Ach ja, und nicht zu vergessen die amtierende, kinderlose Familienministerin Schröder, die sich, ebenso wie ihre resoluten Vorgängerinnen, heute für die Krippen stark macht wie einst schon Margot Honecker.

    Die fatalen Anti-Mama-Thesen, die den Frauen hierzulande seit Jahrzehnten übergestülpt werden, haben bereits immensen Schaden angerichtet. Sie zerstören die natürlichen, intuitiven Anlagen der Mütter und ersetzen sie durch die straff getaktete Botschaft: Ein erfülltes, globalisiertes Leben besteht aus einem strammen Berufsdasein! Kinder? Sind kleine Störfaktoren, die man schon früh in die Krippe bringen kann, bringen soll. Je mehr Krippen vorhanden, desto gelungener wird dies als familienfreundliches Modell gelobt. Deswegen: Ausbau des deutschen Krippennetzes auf 750 000 Plätze. Dabei werden sämtliche Forschungen über das natürliche Bindungsverhalten, wie es uns jede Straßenkatze mit ihren Jungen vor Augen führt, arrogant und sträflich vernachlässigend ignoriert. Mehr noch: Es wird tatsächlich, rein amtlich, sogar behauptet, Krippenhaltung bei Kindern fördere die Geburtenquote. Das ist ebenso dreist erlogen, was sogar der Familienforscher Hans Bertram aus von der Leyens Expertenteam einräumen musste, als er letztes Jahr vor den bundesdeutschen Medien einknickte: Ob sich Elterngeld und Kita-Ausbau auf die Geburtenzahlen auswirkten, werde sich erst in »zehn bis fünfzehn Jahren« zeigen.

    Es ist schon jetzt klar, dass das System gescheitert ist. Es wagt nur noch keiner, das laut zu sagen. Seit Jahren ist Deutschland auf der inzwischen langen Liste der europäischen Länder Schlusslicht, was die Geburtenquote angeht.

    Nicht nur von der Leyen beschwor das Nachbarland Frankreich als rühmliches Vorbild. Alle deutschen Feministinnen, deren erklärtes Ziel die Zerstörung mütterlicher Gefühle ist, schielten ebenso zu den »frankofrohen« Nachbarn mit dem Hinweis: So müssen wir es auch machen! Alle Kleinkinder kämen dort schon früh in die Krippe, alle Mütter arbeiteten und alle seien ja sooo glücklich!

    Und jetzt? Auf einmal Pustekuchen. Eine mittelschwere Mütterrevolution ist in Frankreich plötzlich im Gange: Die Frauen wollen nicht mehr! Sie wollen nicht mehr den anstrengenden Spagat zwischen Karriere, Kind, Haushalt und Ehemann leisten müssen. Immer mehr gut ausgebildete französische Mütter kündigen ihren Job und bleiben zuhause. Wohlwissend, dass sie von der Gesellschaft für diese Entscheidung nicht geliebt werden, in Kauf nehmend, dass sie mit weniger Geld auskommen und sich ständig ihrer Familie und dem Bekanntenkreis gegenüber erklären müssen. Doch das ist ihnen egal. Die neue Sehnsucht der Frauen in Frankreich heißt: Rückkehr zu den traditionellen Grundwerten.

    Bereits Ende der siebziger Jahre zog die französische Journalistin und vierfache Mutter Christiane Callonge (l’Express, Elle) in einem aufsehenerregenden Buch Bilanz. Unter dem Titel Ich will ins Haus zurück schrieb Callonge: »Ich will ins Haus zurück, nicht immer nur erzwungenermaßen, sondern öfter, länger, freiwilliger. Ich will nicht meine Kinder nur zwei Stunden täglich sehen. Ich weigere mich zu wählen zwischen Beruf und Familie. Ich will beides. Ich will leben!« Dieses Buch hatte in Frankreich der Diskussion um die Befreiung der Frau bereits vor dreißig Jahren entscheidende neue Impulse gegeben.

    Nun ist die Debatte wieder öffentlich geworden, doch längst nicht mehr so zaghaft und vorsichtig. Selbstbewusste Mütter, jahrelang erfolgreiche, durchsetzungsfreudige Macher- und Karrierefrauen, hängen ausdrücklich ihren Job an den Nagel und bleiben selbstbewusst zuhause. Sie wissen, auf was sie sich einlassen: auf das Natürlichste der Welt, auf die Liebe. Und genau das wollen sie auch. Der bisherige gesellschaftliche Status, nach dem die Arbeit das Wichtigste sei, verliert für besonders gut ausgebildete Frauen zunehmend den Reiz. Immer mehr Französinnen brechen mit den alten, familienunfreundlichen Traditionen.

    Der französischen Feministin und Beauvoir-Anhängerin Elisabeth Badinter gefällt das neue Mutterideal überhaupt nicht. Sie sorgt sich um die Freiheiten, die sich Frauen einmal erkämpft haben, schreibt sie in ihrem neuen Buch Der Konflikt. Diese seien seit 30 Jahren zunehmend bedroht – in Deutschland noch mehr als in Frankreich. Badinter, auch Philosophin und Bestsellerautorin, macht dafür genau jene neuen Ideale von der perfekten Mutter verantwortlich. Sie flößten allen Müttern ein schlechtes Gewissen ein, die ihrem Kind nicht ständig den Vorrang vor sich selbst, ihrem Partner und ihrem Beruf einräumen, ist die Meinung der Publizistin.

    Das, was den Menschen erst zum Menschen macht, nämlich seine Verbindung zur Schöpfung, kritisiert die engagierte Kämpferin. Das neue Mutterbild, vor dem sie sich augenscheinlich fürchtet, würde dominiert vom Diktat der Natur. Die ständige Nähe zwischen Mutter und Kind sei angeblich natürlich, mault sie; sie soll für die gesamte Entwicklung des Kindes unverzichtbar sein? Eng mit diesem Naturbild verknüpft sei das Stillen. Dass es daher weit über das erste Jahr hinaus moralisch geboten sei, gefällt Badinter ebenso wenig. Was sei denn eigentlich wirklich natürlich? Und sollten Frauen im Namen der Natur wieder verzichten lernen? Badinter fürchtet sich, wie viele fehlgeleitete Feministinnen, vor Nähe, Zärtlichkeit und vor Abhängigkeit durch Liebe. Das betrifft Kinder gleichermaßen wie auch Männer. Umso engagierter kämpfen sie dagegen.



    Das ist der neue Konflikt Frankreichs. Er wird sicher auch in allernächster Zeit zu handfesten Debatten in Deutschland führen. Das Bewusstsein für diese drängenden, lebensbestimmenden Fragen wächst täglich. Auch wenn deutsche Mainstream-Medien wie DER SPIEGEL, DIE WELT oder die Süddeutsche Zeitung die Feministin Badinter derzeit ebenso emphatisch hochjubeln wie ihre deutschen Mitstreiterinnen Dorn oder Schwarzer – angesichts der alarmierenden Zahlen, dass jede zweite berufstätige Mutter über Burn-out-Syndrome klagt, und angesichts der Tatsachen, dass seit den siebziger Jahren die Zahl alkoholanfälliger bzw. alkoholgefährdeter Frauen drastisch zugenommen hat , verweigern sich auch hierzulande die Frauen zunehmend dem Diktat der globalisiert-notwendigen Erwerbstätigkeit, die zulasten ihrer eigenen Gesundheit und zulasten des Seelenfriedens der ganzen Familie geht.

    Wenn die Menschen dann erkennen werden, dass sie auch im Bereich der Familienpolitik zu Opfern von staatlicher Propaganda und Manipulation geworden sind, wenn sie den Zerfall der Gesellschaft aufgrund der Atomisierung der kleinsten gesellschaftlichen Zelle, der Familie, erkennen müssen, dann wird der Schmerz darüber sie traurig und wütend machen. Diese Wut der Bürger ist eine mindestens ebenso große Gefahr wie die derzeitig wachsende Erkenntnis, dass scheinbar überall amtlich getäuscht, gelogen und betrogen wird: Sie wird die Menschen zunehmend auf die Straße führen, sie wird sie suchen lassen nach neuen Möglichkeiten, zu ihrem Recht zu kommen. Vielleicht in einer neuen Partei, die weitab von den derzeitigen Volksparteien einstehen will für Werte, Tradition und ein Empfinden für die eigene Kultur? Warum auch nicht?

    Quelle des Artikels: Kopp Online, Eva Herman

    (15.09.2010)
     
     
    Deutschland kurz vor selbst tragendem Aufschwung

    Im Jahr 2010 spielt sich in Deutschland ein kleines Wirtschaftswunder ab. Die Wirtschaftsleistung steigt jedes Quartal. Doch das hat auch einen Preis.
     

    Abfüllanlage bei Krones in Pfalz: Kaum eine Branche steht so sehr für den deutschen Aufschwung wie die Maschinen- und Anlagenbauer

    Die Statistiker haben das Wirtschaftswunder bestätigt. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist laut den detaillierten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zwischen April und Juni gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent gestiegen. So stark ist die deutsche Wirtschaft seit der Wiedervereinigung nicht mehr gewachsen.

    Wie andere Konjunkturerholungen in der Vergangenheit hat auch der gegenwärtige Aufschwung im Ausland begonnen: Dank der hohen Nachfrage nach deutschen Industriegütern konnte sich die Wirtschaft überraschend schnell aus dem Konjunkturtief arbeiten. Im zweiten Halbjahr wird das Wachstumstempo wegen der schwächeren Konjunktur in wichtigen Exportländern zwar deutlich nachlassen; Ökonomen erwarten aber, dass die deutsche Wirtschaft trotzdem weiter wachsen wird, weil die privaten Haushalte offenbar mehr Geld ausgeben und die Unternehmen stärker investieren wollen. Beide Entwicklungen stärken die Konjunktur, sind allerdings kein Ersatz für das derzeit boomende Exportgeschäft. Das Wachstum wird im Herbst und Winter deshalb voraussichtlich schwächer ausfallen als im Frühjahr, aber vermutlich immer noch solide.

    Vor zwei Wochen hatten die Statistiker bereits eine erste Schätzung der Konjunkturentwicklung im zweiten Quartal vorgelegt. Seitdem haben sie weitere Daten gesammelt und können jetzt genauer sagen, woher das Wachstum kommt. Wie erwartet haben vor allem die boomenden Exporte die Konjunktur angetrieben, aber auch die Bauwirtschaft. Nachdem der außergewöhnlich kalte und schneereiche Winter dafür gesorgt hatte, dass viel Arbeit auf den Baustellen liegen blieb, hat die Bautätigkeit im Frühjahr wieder angezogen und im zweiten Quartal um 5,2 Prozent zugelegt.

    Überraschend ist, dass die die Verbraucher wieder mehr Geld ausgeben und die Konsumausgaben um 0,6 Prozent gestiegen sind. Damit ist der private Verbrauch zum ersten Mal seit Auslaufen der Abwrackprämie gestiegen. In den drei vorangegangenen Quartalen hatte der Konsum noch abgenommen. Auch die Unternehmen steckten 4,4 Prozent mehr Geld in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen.

    Der Großteil des Wachstums im zweiten Quartal kam damit aus dem Inland. Diese Entwicklung lässt Volkswirte hoffen, dass aus der Erholung, die bisher vor allem von der Nachfrage aus dem Ausland und von den staatlichen Konjunkturpaketen getrieben war, ein nachhaltiger Aufschwung werden könnte. „Die Erholung scheint selbsttragender zu sein, als bisher vermutet“, sagte Carsten Brzeski, Volkswirt bei der Bank ING. Anzeige

    Darauf deuten vor allem die zuletzt gestiegenen Investitionen hin. „Die erfreulich starke Investitionstätigkeit ist letztendlich auch Ausdruck des Vertrauens der Unternehmen in die Erholung“, sagt Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der Dekabank. Bei den Unternehmen sind zuletzt viele Bestellungen eingegangen, die in den kommenden Monaten abgearbeitet werden müssen. Und: Die Stimmung in den Führungsetagen ist zwar zuletzt gesunken, aber weiterhin gut.

    Zudem entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiterhin viel besser als Ökonomen noch vor wenigen Monaten zu hoffen gewagt hätten: Massenentlassungen sind ausgeblieben, viele Unternehmen sagen Kurzarbeit ab und die Arbeitslosigkeit sinkt sogar – all diese Entwicklungen können die Zuversicht der Verbraucher stärken und dafür sorgen, dass sie in den kommenden Monaten mehr Geld ausgeben und so der Konjunktur helfen. Allerdings: Trotz all dieser positiven Signale wird der Frühjahrsboom wohl ein vorübergehendes Phänomen sein und das Wachstum wird sich in den kommenden Monaten abschwächen.

    Denn der private Verbrauch und die Investitionen der Unternehmen sind nicht genug, um die bisherigen Wachstumstreiber zu ersetzen, die in den kommenden Monaten wegfallen werden: Vor allem die Nachfrage aus dem Ausland wird zurückgehen. In den vergangenen Jahren hatte die steigende Nachfrage aus dem Boom-Land China hat in den vergangenen Jahren das Exportwachstum angetrieben, zuletzt hat sich allerdings das Wachstum in China verlangsamt und das wird auch das Interesse an Produkten „Made in Germany“ zurückgehen lassen. Seit Juli ist das Volumen der chinesischen Importe bereits gesunken.

    Auch in anderen wichtigen Ausfuhrländern wie Frankreich und den USA wird ein schwächeres Wirtschaftswachstum vermeldet. All das bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte zwar weiterhin wachsen wird, aber nicht mehr so stark wird wie im Frühjahr. „Wir davon aus, dass die Zuwachsraten in den kommenden Quartalen auch wegen des nicht mehr ganz so florierenden Auslandsgeschäfts deutlich niedriger ausfallen werden als im ersten Halbjahr“, sagt beispielsweise Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. „Der Trend dürfte aber weiterhin eindeutig nach oben zeigen.“ Das Trendwachstum für Deutschland sehen Ökonomen zwischen einem und 1,5 Prozent.

    Volkswirte korrigieren trotzdem angesichts der überraschend guten Entwicklung im zweiten Quartal ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach oben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent und korrigiert damit seine bisherige Prognose von 1,9 Prozent deutlich nach oben. korrigiert. Bereits in der vergangenen Woche hatten mehrere Ökonomen ihre Vorhersagen nach oben revidiert; die Mehrheit erwartet inzwischen, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent oder mehr wächst.

    Allerdings hat das höhere Wachstum auch einen Preis: Denn es ist teilweise durch höhere Staatsschulden erkauft. Die Konjunkturprogramme und andere Krisenkosten sorgten dafür, dass die öffentlichen Haushalte im ersten Halbjahr ein Defizit von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung verbucht haben. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen gaben insgesamt 42,8 Mrd. Euro mehr aus als sie im gleichen Zeitraum eingenommen haben. Das ist doppelt so viel wie vor einem Jahr. Damit verstößt Deutschland gegen die Maastricht-Kriterien, die nur einen Fehlbetrag von drei Prozent zulassen. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Bundesregierung sogar ein Defizit von 4,5 Prozent – trotz der wirtschaftlichen Erholung. Zu Beginn des Jahres war die Regierung allerdings noch von 5,5 Prozent ausgegangen.

    Quelle: welt.de, Tobias Kaiser
    (27.08.2010)
     
     
    Preppers – auf geht’s in den Zusammenbruch!

    In den USA sieht die Lage für weite Teile der Bevölkerung nicht nur nicht rosig, sondern ziemlich dramatisch aus. Die Vereinigten Staaten sind nach dem Urteil namhafter Ökonomen bereits längst bankrott. Die Infrastruktur-Osteoporose ist unübersehbar geworden. Aber Amerika wäre nicht Amerika, wenn es nicht eine neue Bewegung gäbe, die das Problem aktiv angeht und sofort einen schicken Namen dafür hat: Die »Preppers« (Vorbereiter).



    Schlechte Nachrichten ist der US-Bürger mittlerweile gewohnt. Wirtschaftskrise, Double-Dip, Tornados, Ölkatastrophe, den rasanten Abbau jeglicher Infrastruktur, Massenentlassungen, galoppierende Arbeitslosigkeit, flächendeckende Zwangsräumungen ihrer Häuser, Essensmarken und rapide verfallende Wohngegenden, Zeltstädte.

    Jetzt graben immer mehr Bürger ihre Hacken in den Boden und senken die Hörner: Die Teaparty-Bewegung des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul gewinnt politisch jeden Tag an Boden und eine neue Lebenseinstellung breitet sich aus. Man sitzt nicht mehr nur deprimiert daheim und wartet darauf, dass die Regierung endlich etwas tut. Man bereitet sich jetzt selbst aktiv vor.

    Die gute und schlechte Nachricht – je nachdem – ist dabei, dass die Menschen es aufgegeben haben, den Medienverheißungen angeblicher »green shots« Glauben zu schenken. Die Zeit der von Kinderhand geschriebenen »Dear Mr President«-Postkarten ist vorbei. Man hofft nicht mehr auf Hilfe von der Regierung.

    Ganz im Gegenteil: »Ich glaube, Obama hat nicht unser Wohl im Sinn«, resümiert Prepper Joe Parish bündig. Er hat sein ganzes Geld in ein Wohnmobil gesteckt, in dem er von Essensvorräten über Medizin und Stromerzeuger alles gebunkert hat. Er wird mit seinem Wohnmobil dorthin fahren, wo er überleben kann, wenn »es« losgeht.

    »Wir müssen uns selbst helfen, bald gibt es auch keine staatliche Unterstützung mehr, und die Essensmarken sind auch nur aus Papier«, stellt der resolute Veteran David Strachan vor einer Fernsehkamera fest. »Wir werden kämpfen müssen, und verteidigen, was wir haben, vielleicht auch töten.« Und er zieht Bilanz: »Je mehr wir leisten, desto mehr nimmt uns die Regierung weg.«

    Was sie verteidigen, führen die Preppers selbstbewusst vor: Nahrungsmittelvorräte für Monate, Notstromgeneratoren, Treibstoff, Kerzen, Batterien, Medikamente, Waffen und Munition. Sie bereiten sich bewusst auf das Überleben im und nach dem Zusammenbruch vor, informieren sich, entwerfen Strategien des Überlebens und bauen Netzwerke auf.

    Das unterscheidet sie von den reinen »Survivalisten«. Diesen Prototypen des uramerikanischen Machos gab es schon immer, auch in Zeiten boomender Wirtschaft. Allein mit einem Gewehr in der Wildnis, maximal noch mit dem Luxus einer Blockhütte, führen diese ganz harten Burschen das Trapper- und Waldläuferleben der amerikanischen Westernlegenden. Meistens ganz auf sich allein gestellt. Der Rest der Gesellschaft interessiert diese einsamen Wölfe in der Regel nicht. Im Gegenteil: Ein großer Teil der Survivalisten kommt mit der Zivilisation und der Gesellschaft nicht gut zurecht.

    Die Preppers dagegen sind höchst informiert und interessiert an den Gesamtzusammenhängen, Politik, Wirtschaft, ihrer Familie, ihrer »Community«. Sie sind sozial und bilden ausgedehnte Netzwerke, kümmern sich um »Neulinge« und bilden sich weiter. Kurz: Sie bereiten sich vor auf alles, was kommen könnte.

    Es gibt Internetportale für Preppers, die nach Bundesstaaten und Regionen aufgeteilt sind. Jeder kann sich informieren, was in seiner Umgebung an Seminaren, Gemeinschaftsunternehmen und Schulungen läuft. In Tennessee gibt eine Intensivschulung am Wochenende, wie man mit seiner neu gekauften Waffe und der Munition auch wirklich umgeht.

    Preppers Network Alaska berät jeden kostenlos, wie er aus seinen Hypothekenproblemen herauskommt, wie man günstig an eine Farm herankommt, auf der man weitgehend selbst versorgend leben kann. Außerdem plant man, Fertigkeiten zu lernen und zu vermitteln: Gärtnern, Schmieden, Nähen, Backen und Kochen, Schafe scheren, Wolle spinnen, Kerzen drehen, …

    In West Virginia wird gerade ein Workshop angeboten, wie man die Möglichkeiten Trinkwasser zu lagern, lernen und optimieren kann.

    Auch sehr beliebt ist in den Onlineforen der Preppers der Austausch von Informationen über Schädlingsbefall an den Gemüsepflanzen im Garten, oder Problemen, die Ungeübte bei der Haltung von Hühnern und Kaninchen bewältigen müssen, welche Kräuter gut wofür zu brauchen sind, und wie man selbst auf kleinstem Raum in selbst gebastelten Pflanztürmen ganz beachtlich heranziehen kann.

    Am letzten Freitag stellte das Preppers-Netzwerk in Florida anhand von Satellitenkarten Informationen zur Gefahr von Zyklonenstürmen zusammen; man verabredet sich für Vorsichtsmaßnahmen und hilft sich im Zweifelsfall gegenseitig aus.

    Die Preppers New Jersey bauen eine freiwillige Truppe namens »Citizen Corps« auf, um der Bevölkerung im Notfall mit eingeübten und organisierten Hilfsaktionen zur Seite zu stehen. Damit sollen die Gemeinden sicherer, stärker und besser vorbereitet auf alle Notsituationen werden.

    Es gibt sogar eine spezielle Webseite für Vorstadt-Preppers. Gute Ratschläge zu den Themen Lebensmittelbevorratung, Stromversorgung und, in der Vorstadt besonders wichtig: Sicherheit und Selbstschutz.

    Der Renner zur Wasserbevorratung in einer Mietwohnung ohne große Lagermöglichkeiten: der Water-Bob. Das ist eine große, robuste Plastiktüte, die für Badewannen maßgeschneidert ist. Ein Einfüllstutzen zur Befüllung, wo normalerweise der Wasserhahn an der Badewanne sitzt und ein Zapfhahn, der mit etwas Druck auf den riesigen Wassersack das kostbare Nass wieder ausspuckt. Im Notfall ist damit, solange das Wasser noch läuft, ein beachtlicher Vorrat von 100 Gallonen (ca. 380 Liter) schnell angelegt, sicher, platzsparend und keimfrei aufbewahrt. Und wenn er nicht gebraucht wird, kann der Wassersack zusammengerollt in einem Karton verstaut werden.

    Keine dumme Idee.

    Auch in Europa gibt es schon die ersten Webseiten und Zusammenschlüsse von Preppers. Die deutsch-englische Seite »EU-Preppers« agiert unter dem Leitspruch »Failing to Plan = Planning to Fail« (wer versagt zu planen, plant zu versagen). Allerdings sind die europäischen Seiten nicht so emsig und prall gefüllt mit Leben und Aktivität wie die amerikanischen Seiten es sind. Die neuesten Einträge sind oft aus dem Frühjahr. Unter dem Suchwort »Krisenvorsorge« wird es im deutschsprachigen Raum aber schon sehr viel umtriebiger. Möglicherweise kennt der interessierte Bundesbürger das Modewort Prepper einfach nicht. Für die Vorbereitung auf eine handfeste Krise interessiert er sich offensichtlich aber schon.

    Falls Sie jetzt ein bisschen amüsiert den Kopf schütteln über solche Leute, die daheim Vorräte, Batterien und Kaminholz hamstern:

    Haben Sie eine Unfallversicherung?
    Oder eine Brandschutzversicherung?
    Warum? Sie hoffen doch auch nicht, dass Ihnen das wirklich passiert.
    Natürlich.
    FALLS es aber doch passiert, wollen Sie zumindest über Hilfsmittel verfügen, um mit der Katastrophe besser fertigwerden zu können.
    Solche Versicherungen werden allgemein akzeptiert und respektiert, ohne dass man Sie für einen Spinner hält.
    Notvorräte sind auch eine Versicherung. Sie sind DIE Lebensversicherung.
    Es gibt sogar Broschüren der Bundesregierung dafür.

    Quelle: Kopp Online, Niki Vogt
    (26.08.2010)
     
     
     
     
    Der Herausgeber über sich selbst:
     
    Mein Name ist Walter Frei, Jahrgang 54, ein Mensch der Höhen und Tiefen miterlebt hat.
     
    Aber wie ich vermute ist es mir gelungen das Beste daraus zu machen.
     
    Ich habe zu mir gefunden, der Glaube an mich selbst hat mich stark gemacht, sehr stark.
     
    Euer Walter Frei